Ein Grundwasserbrunnen im eigenen Garten – ist eine große Bereicherung

eigener-grundwasserbrunnenPflücken, säen, düngen und vor allem gießen – viele Hobbygärtner zeigen gerne ihren grünen Daumen. Denn mittlerweile pflanzen viele Garten-Fans mit großer Freude, Gemüse, Obst und Kräuter an und kümmern sich außerdem liebevoll um ihre Zierbäumchen und mähen auch den Rasen. Und das alles schön wächst und gedeiht benötigt man viel Wasser, und wenn Sie das teure Leitungswasser nicht nehmen wollen – ist ein Grundwasserbrunnen die optimale Lösung.

Es gibt drei verschiedene Brunnenvariationen, die im Garten eingesetzt werden können und das wäre ein Rammbrunnen, ein Bohrbrunnen oder ein Schachtbrunnen. Nun fragen Sie sich mit Sicherheit, wo liegen die Vorteile bei den einzelnen Möglichkeiten und deshalb hier eine Tabelle, die Ihnen ein Überblick verschafft.

Rammbrunnen Schachtbrunnen Bohrbrunnen
Tiefe 7 Meter 10 Meter 20 Meter
Installation Mittels einer Ramme Mittels einer Konstruktion aus Betonringen Mittels einer Bohrung
Instandhaltung Nach einigen Jahren muss ein neues Rohr gerammt werden, da sich das Rohr mit Eisen und Kalk zusetzt. Keine besondere Pflege notwendig, sehr langlebig und das notwendige Wasser wird in einem Reservoir zur Verfügung gestellt und füllt sich in der Nacht wieder. Sehr langlebig und benötigt keine besondere Pflege.
Wasseraufkommen Reicht gerade so für die Gartenbewässerung Ist zwar ergiebig, aber im Laufe des Tages erschöpft sich der Wasservorrat. Sehr ergiebig und kann nicht nur für den Garten verwendet werden, sondern auch für die sanitäre Anlage im Haus

 

garten-wasserversorgungBevor Sie einen Grundwasserbrunnen selber bohren und anlegen wollen, sollten Sie zuerst mal die lieben Nachbarn fragen, die einen Grundwasserbrunnen haben – wo und bei welcher Tiefe, Sie am besten das Grundwasser zu finden ist. Wenn dies geklärt ist und bevor Sie mit dem Bohren loslegen, müssen Sie im Garten ein Plätzchen suchen, welches aber nicht zu nah an der Grundstückgrenze liegt, denn es muss noch Platz zur Verfügung stehen für die Brunnenringe oder für die Brunnendekoration.

Wichtig: In vielen Bundesländern ist das Bohren eines Grundwasserbrunnens genehmigungspflichtig. Und alle rechtlichen Schritte für einen Grundwasserbrunnen bohren, finden Sie unter der Kategorie Gartenrecht.

Einen Grundwasserbrunnen selber bohren

Bis es mit der eigentlichen Grundwasserbohrung losgeht, benötigen Sie einige passende Gerätschaften und das wichtigste Werkzeug für den eigenen Brunnen im Garten ist ein Erdbohrer. Hier können Sie selbst entscheiden, ob Sie ihre eigene Muskelkraft einsetzen oder die bequeme Variante mit einem motorbetriebenen Bohrer vorziehen. Bei einem Gerät mit Motorunterstützung bohrt eine Person in wenigen Stunden ein Bohrloch von circa 15 Zentimetern.

Diese Werkzeuge und Materialien benötigen Sie, für einen Grundwasserbrunnen zu bohren:

– Bohrgarnitur manuell oder Motorbohrer

– Brunnenrohr oder ein Kanalgrundrohr

– Hammer und Mörtelkübel

– Palette ( für das Bohrloch abzudecken bei Arbeitspausen)

– Saugpumpe oder Tiefbrunnenpumpe

– Ventilbohrer oder Plunsche oder Kiespumpe

– Schubkarre (für den Erdaushub) und Spaten oder Schaufel

Für den Dreibock:

– Alu-Flachstage, und Eisenbohrer

– Gerüststangen und Gewindestange

– Maschinenschraube und Multiplex-Holzscheiben

– Seil, Stoppmuttern und Unterlegscheiben

Den Dreibock selber bauen – so geht´s

gartenpumpeDa später die Plunsche immer wieder ins Bohrloch herabgelassen wird, ist es empfehlenswert als Arbeitserleichterung einen Dreibock mit einer Unter- und Windekrolle zu verwenden und dieser Dreibock ist einfach zu bauen. Die Unterkrolle für das Zugseil besteht aus 3 Multiplex-Holzscheiben und an dieser können Sie dann als Aufhängung eine gebogene Alu-Flachstange mit einer Maschinenschraube mit Stoppmuttern befestigen. Vergessen Sie nicht die Unterlegscheiben, da diese die Beweglichkeit der Rolle sichern.

Die drei gleich langen Gerüststangen dienen als Haltestangen und hier müssen Sie in allen drei Stangen jeweils ein Loch. Danach führen Sie eine Gewindestange ein, sodass Sie die Stangen miteinander verbinden können. Vergessen Sie nicht diese mit Unterlegscheiben und Stoppmuttern zu sichern. Und wenn Sie nach dem Zusammenbau den Dreibock aufrichten, können Sie die Unterrolle mit einer Schlaufe an der Gewindestange einhängen.

Und so bohren Sie das Brunnenloch

Haben Sie eine geeignete Stelle im Garten für den Grundwasserbrunnen gefunden, graben Sie mit einem Spaten das Loch vor. Nun können Sie den Bohrer einsetzen, stecken den Griff auf und drehen ihm im Uhrzeigersinn, bis die komplette Bohrspindel eingedreht ist. Und wenn Sie den Bohrer aus dem Loch ziehen, befördern Sie automatisch das Erdreich nach oben. Denken Sie bitte daran, dass der Griff immer mit einer Schraube gesichert sein muss.

Zudem sollte der Bohrvorgang immer ohne Druck erfolgen und außerdem müssen Sie so lange bohren, bis Sie zur Wasser führenden Schicht gelangen und den Bohrer verlängern Sie durch das Aufstecken weiterer Gestänge.

Das Grundwasserbrunnenrohr einsetzten und das Plunschen

gartenbrunnenDas das Bohrloch unterhalb des Wasserspiegels zusammenfällt, müssen Sie das Loch verrohren und danach ist es am besten, wenn Sie mit einer Kiespumpe weiterarbeiten. Als Brunnenrohr eignen sich preisgünstige Kanalgrundrohre und stecken diese etwas länger als die Bohrtiefe zusammen. Aber hier ist es wichtig, dass Sie diese mit Gewebeklebeband an den Verbindungen gut zusammenkleben. Außerdem sollten Sie an den unteren Enden des Rohres eine Trennscheibe Schlitze einsetzen. Dies erleichtert später das Einfließen vom Wasser. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Sie ein spezielles Brunnenrohr mit einem Filter verwenden, denn dies muss nur verschraubt werden.

Da ganz am Anfang im Brunnen der Wasserstand zu gering ist, sollten Sie das Bohrloch mit Wasser fluten mittels eines Gartenschlauchs. Als Nächstes müssen Sie die Kiespumpe an einem stabilen Seil ins Bohrloch runter lassen und befestigen dies am Dreibock. Nun bewegen Sie die Plunsche auf und ab, und wenn diese auf den Grund herabfällt, füllt sich diese mit Kies und Sand. Ziehen Sie die Plunsch nun mit viel Schwung wieder empor, denn nur so verschließt sich ein Klappdeckel den Boden der Plunsch und der gesamte Inhalt gelangt nach oben. Diese Prozedur müssen Sie in etwas zwölfmal wiederholen und die Plunsch muss immer nach jedem Tauchgang auch geleert werden.

Tipp: Damit das Brunnenrohr weiter nach unten rutscht, müssen Sie nachhelfen, indem Sie einfach das Rohr nach unten schieben. Eine andere Möglichkeit wäre, Sie beschweren das Rohr und treiben es zusätzlich mit leichten Hammerschlägen nach unten.

Stehen im Bohrloch endlich 2 bis 3 Meter Wasser – ist der Grundwasserbrunnen somit fertig gebohrt.

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ein Kommentar

  1. Seitdem meine Frau und ich uns ein Zechenhaus mit einem 250 qm Garten zugelegt haben, denke ich über einen Brunnen nach. Ich bin aber noch am überlegen ob ich ihn selber anlege oder es machen lassen, danke für die Infos.

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