Wertvoller Dünger dank Bokashi-Komposter

Jeden Tag fallen Zuhause diverse Küchenabfälle an, die getrennt werden müssen. Wer Platz und einen Garten hat, schmeißt seine organischen Reste eventuell auf einen Komposthaufen oder in einen Komposter. Andernfalls enden die Überreste von Obst und Gemüse sowie andere Reste in der Biotonne. Dabei ist der Biomüll eigentlich zu schade, um weggeschmissen zu werden. Mithilfe eines Bokashi-Komposters lässt sich der Biomüll platzsparend in wertvollen Dünger verwandeln. Die genaue Funktionsweise und weitere Vorteile gegenüber einem herkömmlichen Komposter werden folgend näher beschrieben.

Was ist Bokashi eigentlich?

Der Bokashi-Komposter kommt aus Japan, wobei „Bokashi“ mit „Allerlei“ ins Deutsche übersetzt wird. Sein Zweck ist schlicht und einfach, organische Küchenabfälle zu kompostieren. Anders als ein herkömmlicher Komposter ist der Bokashi-Komposter luftdicht verschlossen. Der Biomüll unterläuft einer Fermentation.

Ein Bokashi-Komposter ist ein Komposteimer, der mit einem Auslaufhahn ausgestattet ist. Ein passender Deckel für den japanischen Komposteimer ermöglicht das luftdichte Verschließen desselben. In dem Bokashi-Komposter ist ein Sieb verbaut, das das Abfließen von Flüssigkeit möglich macht.

Wie funktioniert das Bokashi-Prinzip?

Der platzsparende Komposteimer kann mit jeglichem organischen Abfall gefüllt werden. Anders als in einem normalen Komposter können hier auch gekochte Essensreste, Fleisch und Fisch kompostiert werden. Der Biomüll sollte vor dem gleichmäßigen Einfüllen in den Bokashi-Komposter zerkleinert werden.

Die eingefüllten Essensreste werden gut zusammengedrückt, sodass Sauerstoff keinen Platz mehr hat. Als nächstes werden die Abfälle mit Effektiven Mikroorganismen besprüht und mit einer Schicht Pflanzenkohle oder Bokashi-Flocken bestreut. Der Bokashi-Komposter wird auf diese Weise nach und nach aufgefüllt.

Der volle Eimer bleibt nun luftdicht verschlossen und ruht für zwei Wochen. Die Essensreste verändern sich während der zweiwöchigen Fermentation kaum merklich. Die Fermentation ist eine Art der Konservierung von Lebensmitteln. Ein bekanntes Beispiel ist das Sauerkraut, das durch die Fermentation haltbar und gesünder gemacht wird.

Bokashi-Flocken

Endprodukte aus dem Bokashi-Komposter

Während des Prozesses sammelt sich Flüssigkeit im Eimer. Über den Auslaufhahn sollte diese Flüssigkeit regelmäßig abgelassen werden. Sie lässt sich direkt als Flüssigdünger verwenden. Auf 10 Liter Wasser kommen 50 Milliliter Bokashi-Flüssigdünger. Pur kann die Flüssigkeit als Rohrreiniger benutzt werden.

Der fermentierte Inhalt des Bokashi-Komposters wird dem Behälter nach zwei Wochen entnommen. Er kann auf den Kompost geschmissen oder im Garten vergraben werden. Außerdem kann er mit Erde vermischt in einen Blumentopf gegeben werden. Vor dem Pflanzen in die mit Bokashi vermischte Erde sollten ein paar Wochen vergehen, da die Erde ansonsten zu sauer ist.

Herkömmliche Komposter und Bokashi im Vergleich

Um einen Überblick der Vor- und Nachteile von einem Bokashi-Komposter und einem gewöhnlichen Komposter zu erhalten, folgt eine kurze Auflistung der jeweiligen Eigenschaften.

Gewöhnliche Komposter:

  • preiswert in der Anschaffung
  • keine laufenden Kosten
  • Kompostierprozess dauert etwa ein Jahr
  • benötigt viel Platz
  • steht im Garten
  • Kompost muss regelmäßig bewegt werden
  • hat Komposterde als Endprodukt

Bokashi-Komposter:

  • kostspielig in der Anschaffung
  • laufende Kosten durch Verwendung Effektiver Mikroorganismen, Bokashi-Flocken oder Pflanzenkohle
  • nach etwa zwei Wochen ist der Inhalt kompostiert
  • Flüssigdünger nach wenigen Tagen vorhanden
  • platzsparend
  • braucht einen Platz im Haus
  • Abfälle müssen sorgfältig zerkleinert werden, Flüssigkeit muss regelmäßig abgelassen werden
  • Bokashi und Flüssigdünger als Endprodukt
  • Bokashi-Reste müssen vererden

Welche Probleme können beim Bokashi-Prinzip auftreten?

Da es sich bei dem Abfall um sich zersetzende Lebensmittel handelt, ist eine Geruchsentwicklung normal. Solange der Bokashi-Eimer mit dem Deckel verschlossen ist, riecht er nicht.

Beim Öffnen entweicht ein leicht unangenehmer Geruch. Ist der Geruch sehr intensiv, kann ein gründliches Zerkleinern der Essensreste Abhilfe schaffen. Sind die Stücke zu groß, kann Sauerstoff an die Essensreste gelangen und unangenehme Gerüche oder Schimmel können sich bilden.

Der zu fermentierende Inhalt kann in seltenen Fällen anfangen zu schimmeln. Kommt es zur Schimmelbildung, muss der Eimer entleert und gesäubert werden. Um der Schimmelbildung vorzubeugen, sollten keine schimmligen Lebensmittel in den Bokashi-Komposter gegeben werden. Abfälle, die bereits schimmeln, sollten in der Biotonne oder auf dem Kompost entsorgt werden.

Fazit

Um hausgemachten, wertvollen Dünger zu erhalten, eignet sich ein Bokashi-Eimer optimal. Fertiger Flüssigdünger steht bereits nach wenigen Tagen zur Verfügung. Zudem werden organische Abfälle im platzsparenden Bokashi-Eimer ideal verwertet. Für größere Gartenabfälle lohnt sich dennoch die Verwendung eines herkömmlichen Komposters.

lese auch

Baum fällen – das solltest Du wissen

Beim Fällen von Bäumen sind gute Arbeitstechniken sowie eine gute Beobachtung des Umfeldes unerlässlich. Im …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.