Der Selbstversorgergarten

Die Bewirtschaftung eines Nutzgartens zum Anbau von Obst und Gemüse zur Selbstversorgung wird immer beliebter. Durch einen Selbstversorgergarten wird mehr Zeit in der Natur verbracht und auch die Kinder können beim Anbau von Obst- und Gemüse fleißig mithelfen, um den Ertrag aus eigenem Anbau später zu genießen. Sie lernen dabei einiges über die Natur und Herkunft der Lebensmittel, die sonst im nächsten Laden oder auf dem nächsten Markt „fertig“ eingekauft werden. Eine ertragreiche Ernte erfordert viel Zeit, Engagement und sicherlich auch einen gewissen „grünen Daumen“. Außerdem ist natürlich eine gewisse Planung absolut notwendig. Neben einer guten Lage, der Auswahl der Pflanzen die angebaut werden sollen und dem Anlegen der Beete ist unter anderem auch die Vorbereitung des Bodens wichtig.

Die Bodenbeschaffenheit

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Um möglichst gute Wachstumsbedingungen zu schaffen gilt die erste Aufmerksamkeit natürlich dem Erdreich der zu bewirtschaftenden Nutzfläche. Dieser sollte werde zu sandig noch zu lehmhaltig sein. Während zu sandiger Boden meist zu wenig Nährstoffe besitzt und zu viel Wasser versickern lässt, kann zu lehmiger Boden sauer sein, was von Pflanzen nicht gut vertragen wird.
Bei zu sandigem oder lehmigem Boden hilft das untermischen und einarbeiten von Kompost.

Die richtige Gartengröße finden

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Natürlich ist der Umfang der Anbaufläche ein Faktor, der gut überlegt sein sollte. Dabei ist zu bedenken, ob die Ernte für eine komplette Selbstversorgung ausreichen, oder nur eine teilweise Versorgung durch den eigenen Anbau erreicht werden soll.
Soll die Ernte für eine komplette Selbstversorgung erwirtschaftet werden, gilt die Faustregel, etwa 50 qm pro Person einzukalkulieren. Die Nutzfläche fällt dementsprechend kleiner aus, möchte man sich nur teilweise mit dem Ertrag versorgen.
Für Einsteiger empfiehlt es sich mit einer etwas kleineren Nutzfläche zu beginnen und selbst heraus zu finden wie viel Fläche man benötigt, wie viel man tatsächlich ernten möchte und natürlich auch, wie viel Arbeitszeit man investieren kann und möchte. Die Anbaufläche lässt sich schließlich jederzeit erweitern. Einmal angebaute Pflanzen sollten aber auf jeden Fall versorgt werden können, um Missernten zu vermeiden.

Ein wichtiger Faktor: Die Lage

Je sonniger der Garten ausgerichtet ist, desto größer fällt in der Regel die Ernte aus. Eine Süd-, Südwest oder Südostlage ist daher ideal.
Je nach dem, welche Pflanzen angebaut werden sollen, kann sowohl ein Gründstück in sonniger Lage ideal sein, als auch eines in halbschattiger Lage. Ideal für den Anbau verschiedener Pflanzen, die unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich Sonne und Schatten haben, sind natürlich Nutzflächen, die teilweise von Bäumen oder ähnlichem beschattet werden und zum Teil in der direkten Sonne liegen. So findet sich für jede Pflanze der geeignete Standort.
Sollte die zu bewirtschaftende Fläche abschüssig sein, ist es ratsam diese, beispielsweise mit Muttererde, zu begradigen. Damit soll verhindert werden, dass das Gießwasser abläuft statt zu versickern. Auch das Ausschwemmen der Beete soll so vermieden wird.

Auswahl der richtigen Ost- und Gemüsesorten

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Wer sich über Lage und Bodenbeschaffenheit im Klaren ist, sollte sich im nächsten Schritt überlegen, welche Pflanzen er in seinem Garten anbauen möchte. Hauptsächlich ist dies natürlich eine Frage des individuellen Geschmacks. Doch um die richtige Auswahl zu treffen, sollten weitere Punkte bedacht werden.
Beispielsweise ist die Frage zu klären, welches Obst oder Gemüse mit dem vorhandenen Boden zurecht kommt und welche Sorten nicht geeignet sind. Auch die Lage des Gartens sollte bei der Auswahl der Pflanzen eine Rolle spielen, denn nicht alle Pflanzen wachsen überall gleich gut. Außerdem sollte klar sein, wie umfangreich die einzelnen Sorten angebaut werden, um ausreichenden Ertrag zu erwirtschaften und wie viel Platz für die einzelnen Sorten eingeplant werden sollte.
Es empfiehlt sich also, sich vom Fachmann beraten zu lassen oder einen erfahrenen Gärtner um Rat zu bitten.
Für Einsteiger empfiehlt es sich, vorerst die Auswahl an Gemüsesorten eher klein zu halten. Sehr gut für Neulinge geeignet sind beispielsweise Möhren, Steckzwiebeln, Radieschen, Frühkartoffeln, Busch- und Stangenbohnen und Salat, da diese relativ leicht anzubauen und zu pflegen sind.

Planung und Umsetzung

Um sich später nicht in einem Obst- und Gemüsechaos wieder zu finden, empfiehlt es sich, das Grundstück vorab zu skizzieren. Denn neben den Gemüsebeeten ist auch die Planung von Kompostflächen, Gartenwege und Flächen für Gartenschuppen und Arbeitsgeräte notwendig.
Die bepflanzten Beete sollten von allen Seiten gut erreichbar sein und daher nicht zu breit angelegt werden.
Zwischen Obstbäumen sollte immer ein ausreichender Abstand, meist etwa sechs Meter, eingeplant werden und Gemüsebeete sollten nicht zu nah an Obstbäumen oder –Sträuchern angelegt werden.
Neben einem möglichst nahrhaften Boden ist natürlich auch die Wasserversorgung ein wichtiger Punkt, der beim Anlegen eines Nutzgartens beachtet werden sollte. Regentonnen, Wasserleitungen oder ein Brunnen dürfen in keinem Nutzgarten fehlen. Mehr Informationen findet Ihr auch hier im Selbstversorger Blog

Gärtnern im Rhythmus der Natur

Je nach Jahreszeit fallen in einem Nutzgarten unterschiedliche Aufgaben an. Die Natur gibt dabei den Rhythmus vor.

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Im Frühjahr fällt ein Großteil der anfallenden Arbeiten in den Bereich der Beetvorbereitung. Obstgehölze und Sträucher werden nun, vor dem Austrieb, zurückgeschnitten. Auch der Rasen wird für das neue Gartenjahr vorbereitet. Laub wird entfernt, der Rasen wird aufbereitet und gedüngt.
Erste Pflanzen können im Frühbeet oder Gewächshaus angezogen werden, um dann als Setzlinge in die Beete gepflanzt zu werden. Ab etwa Mitte April, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, befasst sich der (Hobby-) Gärtner vorallem mit Bepflanzung und Aussaat.

Im Sommer wird in Nutzgärten vorallem gegossen, Unkraut entfernt, der Boden gehackt und gedüngt. Vorallem das gießen nimmt in den heißen Monaten einen hohen Stellenwert ein. An sehr warmen Tagen sollte zwei Mal am Tag gegossen werden, jedoch niemals in der prallen Mittagssonne.

Im Herbst werden die im Frühjahr ausgebrachten Obst- und Gemüsesorten geerntet und für die Wintermonate eingelagert. Die Beete werden abgeerntet und für die Überwinterung und Neubepflanzung im nächsten Jahr vorbereitet.
Doch auch im Herbst kann noch gesät und gepflanzt werden. Manche Gemüsesorten zählen zu den späten Saaten und sind daher auch für die Aussaat im Herbst geeignet.
Für viele Obstgehölze ist der Herbst die Hauptpflanzzeit, daher werden auch sie in dieser Zeit ausgepflanzt.

Die Wintermonate stehen dann zur Planung des kommenden Gartenjahres zur Verfügung, werden aber auch für Reparatur- und Reinigungsarbeiten genutzt, damit dann im neuen Jahr frisch und gut geplant ans Werk gegangen werden kann.

Hier eine Videoeinblick vom Profi zum Thema Selbstversorgergarten

Wie bei den meisten Dingen im Leben gilt auch bei der Bewirtschaftung eines Selbstversorgergartens die Devise: Jeder Garten ist anders, jeder Gärtner setzt sich sein eigenes Ziel und hat eigene Ideen zur sinnvollen Bewirtschaftung seines Gartens.

Unsere Buchtipps zum Thema:

Immer hilfreich sind die Ratschläge erfahrener Gärtner und, gerade für den Anfang, vielleicht sogar die tatkräftige Unterstützung eines Gartenfreundes mit Erfahrung.
Im Laufe der Zeit findet jeder Gärtner seine ganz eigene Art einen Selbstversorgergarten zu pflegen und zu bewirtschaften. Jahr für Jahr werden neue Faktoren mit eingeplant, die den Ertrag optimieren und die Arbeit erleichtern werden. Und die Freude, wenn die ersten selbst angebauten Möhren oder Radieschen geerntet werden können, ist Lohn für die Arbeit und Zeit, die in ein solches Projekt investiert werden muss.

© coco – Frank Göllner – goodluz – M. Schuppich – Alexander Raths – Fotolia.com

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ein Kommentar

  1. Hallo,

    das ist eine wirklich tolle Seite. Wir haben seit letzter Woche einen Schrebergarten und schauen jetzt fleißig nach Infos und haben hier einiges gefunden.

    Gruß Holger

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