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Warum ein Tomatenhaus den Ertrag deutlich steigert

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, warum und wie ein Tomatenhaus den Ertrag steigern kann. Dazu ist es wichtig zu wissen, was ein solches Kleingewächshaus ist und worauf es bei der Auswahl ankommt. Die Vor- und Nachteile eines Kleingewächshauses für Tomaten kommen ebenfalls zur Sprache, wie nützliche Pflegetipps für Tomatengärtner.

Was ist ein Tomatenhaus?

Ein Tomatenhaus ist eine spezielle Form des Kleingewächshauses und besitzt meist eine offene Überdachung. Es schützt die Tomatenpflanzen vor Regen, Wind und Kälte, beugt zugleich Krankheiten und dem Befall vor Schädlingen vor und bietet ein wärmeres Klima für ein optimales Wachstum. Nässe, also Regen, stellt ein Hauptgrund für Pilzerkrankungen bei Tomaten dar. Vornehmlich bestehen Tomatenhäuser aus einem Holz- oder Metallgerüst, drei Wänden und einem Dach. Die Seiten sind mit Folie oder Polycarbonatplatten verkleidet.

Worauf kommt es bei der Auswahl eines Tomatengewächshauses an?

Varianten von Tomatenhäusern

Tomatengewächshäuser gibt es im Fachhandel in vielen verschiedenen Varianten bzw. Ausführungen. Unterschiede bestehen vor allem in der Bauart und bei den verwendeten Materialien. Je edler die verbauten Materialien, desto höher fällt konsequenterweise auch der Preis aus. Hochwertige Modelle kosten schon mal einige Hundert Euro.

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Ausstattungsmerkmale

Einfache Tomatenhäuser haben oft eine Türöffnung mit Reißverschluss sowie eine fensterähnliche Öffnung. Ein gitterartiges Gewebe hält Schädlinge fern. Hochwertige Tomatenhäuser verfügen im Gegensatz dazu über ein Fundament und sind in vielen Fällen mit einer soliden Tür ausgestattet. Zu differenzieren ist ferner zwischen anlehnenden und freistehenden Tomatengewächshäusern.

Materialunterschiede

Ferner gilt es, Folientunnel, Glashäuser und Kunststoffgewächshäuser zu differenzieren. Folientunnel bestehen auf einem einfachen Gerüst, auf dem eine spezielle Folie angebracht wird. Sie fallen kostengünstig aus und lassen sich einfach montieren. Ihre Lebensdauer liegt allerdings unter der anderer Gewächshaustypen. Zudem weisen sie eine geringere Stabilität bei Wind und Sturm auf. Klassisch präsentieren sich Glashäuser, denn sie zeichnen sich durch optimale Lichtverhältnisse aus und haben eine lange Lebensdauer. Die gute Isolierung geht zudem mit einer effizienten Temperaturregulierung einher. Allerdings sind Glashäuser anfälliger für Beschädigungen durch Hagel oder Sturm und teuer in der Anschaffung. Demnach bildet ein Kunststoffgewächshaus die beste Lösung. Dieses vereint viele Vorteile, denn es ist leichter als Glas und bruchsicher zugleich. In der Anschaffung fallen Kunststoffgewächshäuser günstiger als Glashäuser aus. Wärmeisolierung und Lichtdurchlässigkeit erweisen sich bei dieser Variante ideal für den Tomatenanbau.

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Größe

Was die Größe betrifft, so spielt natürlich in erster Linie das vorhandene Platzangebot eine entscheidende Rolle bei der Auswahl. Weiterhin ist es von Bedeutung, welche Tomatensorten angebaut werden sollen. Viele Tomaten haben unterschiedliche Platzanforderungen. Ein durchschnittliches Tomatenhaus bietet Platz für ungefähr fünf Tomatenpflanzen.

Tomatenpflanze

Wie steigert ein Tomatengewächshaus den Ertrag an Tomaten?

Wie bereits deutlich wurde, steigert ein Tomatengewächshaus den Ertrag deutlich, indem es den Pflanzen Schutz vor Witterung bietet und ein warmes, angenehmes Mikroklima schafft. Zusammen beschleunigt dies das Wachstum der Tomaten und verlängert die Erntezeit. Das trockene Gewächshaus verhindert den Befall von Pilzsporen und trägt so aktiv zum Pflanzenschutz bei. Zugleich führen die höheren Temperaturen und kontrollierten Bedingungen zu kräftigeren Pflanzen mit gesunden Früchten. Damit ermöglicht die geschützte Umgebung eine frühere Pflanzung der Tomatenstauden und erhöht durch die längere Erntezeit den Gesamtertrag pro Saison. Die Abdeckung hilft den Tomatenpflanzen ebenso, gleichmäßigere Wachstumsbedingungen zu schaffen und damit viele Aspekte des Anbaus zu kontrollieren. Darunter fallen unter anderem Beleuchtung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wie lassen sich Tomaten trainieren?

Interessant ist, dass sich Tomaten durch regelmäßiges Ausgeizen, also Entfernen der Seitentriebe in den Blattachsen, trainieren lassen. So wird die Energie auf den Haupttrieb gelenkt. Dazu werden die Tomatenpflanzen an Stangen nach oben geleitet und ab August die Spitzen gekappt, da sich die Reife so beschleunigt. Für eine bessere Luftzirkulation heißt es, die unteren Blätter zu entfernen. Die Geiztriebe heißen so, weil sie weniger Blattmasse und Blüten bilden, was mit der Ausbildung kleinerer Früchte einhergeht. Beim Ertrag geizen diese Triebe folglich. Das Ausgeizen oder Trainieren der Tomaten erleichtert die notwendige Pflege sowie die Ernte der reifen Früchte. Ließe man alle Triebe sprießen, würden sich zwar mehr Früchte bilden, doch sie blieben klein und teilweise sogar unreif. Erfahrene Tomatenzüchter handeln also lieber nach dem bekannten Motto „Qualität vor Quantität“.

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Vor- und Nachteile eines Kleingewächshauses?

Tomatengewächshäuser sind ganz auf den Tomatenanbau ausgelegt, denn sie sorgen für Schutz und bieten gleichzeitig optimale Wachstumsbedingungen für das beliebte Gemüse. Mehrere Gründe sprechen für die Anschaffung eines Tomatengewächshauses:

– Schutz vor Kälte, Regen und Wind

– geringeres Risiko von Krankheiten

– günstig in der Anschaffung

– funktionell und platzsparend zugleich

– einfacher Aufbau

Insgesamt ergibt sich dadurch eine bessere Kontrolle über Krankheiten und Schädlingsbefall. Die günstigen Bedingungen führen zu größeren Tomatenpflanzen und schmackhaften Früchten.

Nachteile des Tomatenanbaus im Gewächshaus betreffen höhere Anfangsinvestitionen und laufende Kosten für Energie und Wartung. Im Sommer ist manchmal auch ein Ventilator für eine bessere Luftzirkulation erforderlich. Alles in allem summieren sich die Kosten über die Jahre. Zugleich brauchen Tomaten im Gewächshaus viel Aufmerksamkeit und Pflege. Nicht zuletzt kann es im Sommer zu einer potenziellen Überhitzung im Tomatengewächshaus kommen.

Pflegetipps für eine reiche Tomatenernte

Für ein gesundes Wachstum benötigen Tomaten insbesondere eine kontinuierliche Wasserversorgung. Eine regelmäßige Bewässerung ist deshalb das A und O des Tomatenanbaus im Gewächshaus. Zu viel oder zu wenig Wasser schadet dagegen der Tomatenpflanze. Doch Wasser allein reicht nicht, denn genauso brauchen Tomaten viele Nährstoffe, darunter Stickstoff, Phosphat und Kalium. Insgesamt fällt der Nährstoffbedarf bei Tomaten hoch aus. Fehlen Nährstoffe, verfärben sich die Blätter zumeist gelb. Rankhilfen unterstützen Tomatenpflanzen, die bereits kräftig in die Höhe geschossen sind.

Sie schützen die Stauden vor dem Umknicken. Als Material kommen etwa Holz, Kunststoff oder Bambus infrage. Weiterhin fördert Ausgeizen die Fruchtbildung der Tomate. Derart wachsen große, reife Früchte. Nicht zuletzt gilt es, Erkrankungen wie Kraut- und Braunfäule frühzeitig zu erkennen, die gerade in feuchten Sommer viele Tomatenpflanzen heimsuchen. Dann bilden sich auf den Blättern dunkle Flecken, die sich rasch ausbreiten. Ähnliches trifft auf die Früchte zu. Sie verfärben sich ebenfalls braun und das Fruchtfleisch verhärtet sich. In diesem Fall ist der schnelle Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unausweichlich.

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Fazit

Wie gezeigt lohnt sich die Anschaffung eines Tomatenhauses durchaus, um den saisonalen Ertrag zu steigern. Dann kann die Tomatenpflanze in einer geschützten Umgebung gedeihen und ist Witterungsunbilden und Krankheiten weit weniger ausgesetzt als im Freien. Bei der Auswahl sollten besonders die Faktoren Platz, Höhe, Material, Belüftung und Stabilität Berücksichtigung finden.

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